Das Programm für Männer

Das Berliner Zentrum für Gewaltprävention bietet Männern, die Gewalt ausüben, die Möglichkeit, sich in einem strukturierten Gruppenprogramm mit dem eigenen Gewaltverhalten, seinen Beweggründen und Konsequenzen auseinander zu setzen und alternative Verhaltensstrategien zu erlernen.

Hierfür bieten wir in halbjährigen, geschlossenen Kursgruppen (20 Sitzungstermine) Übungen, Gruppenreflektion und die Bearbeitung spezifischer Konfliktsituationen an und fördern damit die Entwicklung angemessener Problembewälti- gungs- und Konfliktlösungsfähigkeiten.

Im Mittelpunkt stehen dabei die drei zentralen Hintergründe gewalttätigen Verhaltens:

  • Mangel an sozialer Kompetenz
  • Mangel an Selbstwertgefühl und Ich-Stärke
  • traditionell männliches Glaubenssystem

Die Zielgruppe

Wir wenden uns mit unserem Angebot an gewalttätige Menschen jeden Alters, die

  • eine Beratung oder Behandlung angeraten bekommen haben
  • zur Teilnahme an einem Anti-Gewalt-Programm juristisch gewiesen wurden
  • ihre eigene Gewalt als entwicklungsbedürftiges Problem ansehen
  • ihre eigene Aggressivität leidvoll erleben
  • im Kontext ihrer eigenen Aggression Bedarf verspüren, sich mit sich selbst zu beschäftigen
  • Gewalt als hilflosen Konfliktlösungsversuch gegen ihre Partnerinnen (und Partner) angewandt haben und dies für sich und ihrer Partnerschaften ändern möchten.

Die Aufnahme | die Informationsveranstaltung

Am Beginn jeder Teilnahme am Programm steht ein Informationsabend. Dieser Abend dient der Abklärung, inwieweit eine Teilnahme sinnvoll erscheint und angezeigt ist. Nach einer kurzen, klärenden Darstellung des eigenen Anliegens des Klienten wird diesem das Behandlungsprogramm vorgestellt, seine Bereitschaft und Motivation hinterfragt und ihm die finanziellen und vertraglichen Rahmenbedingungen deutlich gemacht.

Ausschlußkriterien

  • behandlungsbedürftiger Alkohol- oder Drogenmissbrauch
  • fehlende Teilnahmemotivation
  • Vorliegen einer behandlungsbedürftigen Psychose

Die Trainingsgruppe

 Mit Hilfe von

  • Gruppenübungen
  • Mediennutzung
  • Arbeitsblättern
  • Selbstreflexion
  • Tatbearbeitung

soll es den Teilnehmern ermöglicht werden, die Wahrnehmung für das eigene Gewaltverhalten zu schärfen und ein verantwortliches, partnerschaftliches Alternativverhalten in Konfliktsituationen zu erlernen.

Es werden im Laufe des Programms folgende Themen bearbeitet:

  • Signale und Auszeiten
  • Gewalt, Macht und Kontrolle
  • Gewalttagebücher
  • Leugnen der Verantwortung und Verharmlosung
  • Auswirkungen von Gewalt
  • sexuelle Gewalt
  • Drohungen und Einschüchterungen
  • emotionaler Misshandlung
  • Verantwortungsübernahme
  • Wiedergutmachung
  • Elternschaft und die Auswirkung von Gewalt auf die Kinder
  • Geschlecht und Misshandlung als männliches Privileg
  • Eifersucht und Isolation
  • Selbstgespräche (Aufregen und Abregen)
  • Loslassen
  • Verhandlung
  • Bleiben und Bewahren

Weitere Angaben

Die Trainingsgruppe ist konzipiert für 20 Sitzungen von je 2 Stunden.

Sie besteht aus einem geschlossenen Kreis von mindestens acht Teilnehmern.

Die Gruppe wird von je einem Mann und einer Frau angeleitet. Die Teilnehmer sagen ihre Teilnahme verbindlich für die gesamten zwanzig Sitzungen zu und verpflichten sich zu Pünktlichkeit, Bereitschaft zur Mitarbeit und zum Gewaltverzicht während der Gruppenteilnahme. Das Ziel des Gruppenprogramms ist die selbstverantwortliche Entwicklung einer gewaltfreien Lebensperspektive eines jeden Teilnehmers.

Kosten und Kostenträger

Durch Zuwendungen aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin-Brandenburg besteht eine Kostenübernahme.

Anmeldung

Unsere Informationsabende zum Gruppenprogramm zur Entwicklung gewaltfreier Lebensperspektiven finden regelmäßig statt. Wenn Sie zu diesem Abend kommen wollen, rufen Sie uns einfach an oder laden Sie sich unser Anmeldeformular (als Word-Dokument oder PDF) auf Ihren Rechner und schicken es uns per Post, Mail oder Fax. Wir teilen Ihnen dann den nächsten Termin mit.

Sollte Ihre Teilnahme am Programm juristisch motiviert sein, bringen Sie bitte zum Informationsabend auch eine Kopie Ihres Urteils sowie gegebenenfalls auch der Bewährungsauflage mit.

Nehmen Sie mit uns via Mail Kontakt auf und vereinbaren Sie mit uns einen Termin!